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April 2020

Liebe Grüsse aus Kikambala.

Wir hoffen und beten, dass Ihr trotz der Coronapandemie, die die Welt zur Zeit heimsucht wohlauf seid. Ich hoffe, Ihr respektiert die Sicherheitsmaßnahmen und tut alles dafür gesund zu bleiben. Und wahrscheinlich fragt Ihr euch, wie wir damit umgehen. 

Für uns in Kenia ist das Coronavirus eine Bedrohung, von der wir nicht wissen was auf uns zukommt geschweige denn wie wir damit umgehen können. Schließungen von Schulen und Geschäften sind ein neues Phänomen für unsere Gesellschaft und sie kommen in der Bevölkerung nicht gut an. Aber die Regierung lässt nicht locker und so kam es zu einigen sehr unschönen Vorfällen. Ich denke mal, der Hauptgrund dafür, dass die Beschränkungen in Kenia nicht funktionieren liegt darin, dass die Menschen von der Hand in den Mund leben. Und sie müssen einfach jeden Tag arbeiten gehen, um Essen auf den Tisch zu bringen, sonst würden sie verhungern. Viele Kenianer, die im Fernsehen interviewt wurden, sagten sie würden lieber am Coronavirus sterben als ihre Kinder verhungern zu sehen. Als sie gefragt wurden, wer dann für ihre Kinder sorgt, wenn sie selbst am Virus sterben, antworteten sie sie würden ja nicht mehr miterleben wie ihre Kinder leiden. Wenn man unter den gegebenen Umständen diese Beweggründe auch nachvollziehen kann, so bringt das jedoch die ganze Bevölkerung in einen riskanten Zustand. Dass wir öffentliche Verkehrsmittel oder Lebensmittelgeschäfte mit denen teilen müssen, die sich an die Regeln halten und all denen, denen das Virus egal ist, die Tatsache, dass wir nur begrenzte Testmöglichkeiten haben und dass man andere ansteckt weil man selbst keine Symptome hat und somit nicht weiß dass man Überträger ist, erhöht das Risiko für alle Kenianer. Ich glaube, man kann hier aus dem Psalm 127 zitieren: solange der Herr nicht die Stadt behütet, wachen die Wächter vergebens.
Wir aber, die Mitarbeiter, Mädchen und Juniors sind fest entschlossen, uns sicher zu verhalten, und so bleiben wir zu Hause wenn es nicht unbedingt nötig ist vor die Tür zu gehen. Und wir beten, dass diese dunkle Wolke bald vorüberzieht.

Schulschliessung 


Durch die Coronapandemie sind alle Schulen und staatlichen Einrichtungen geschlossen. Als am 13. März der erste Coronafall bekannt wurde, hat der Präsident sofort die Schließung aller Einrichtungen angeordnet. Außerdem sollten die Menschen soweit als möglich von daheim arbeiten. Das hat uns in eine schwierige Lage gebracht, weil wir nicht nur unsere eigenen Schülerinnen unterrichten sondern auch fremde Kinder betreuten. Nun sind alle Mädchen im Heim und die Mudzini Schule ist geschlossen. Während die Eltern der Schulkinder sich um das Schulgeld Gedanken machen und sich fragen, ob sie dies zahlen müssen wenn ihre Kinder nicht zum Unterricht können, überlegen wir als Heimleitung dasselbe für all unsere Mädchen für die wir horrende Summen bereits im Voraus zahlen mussten. Im Moment werden unsere Mädchen und Juniors bei uns daheim geschult, während die Mudzini Schüler online unterrichtet werden.
Daraus folgen diverse Änderungen wie zum Beispiel:
Eingeschränkte Bezahlung sowohl für das Lehrpersonal als auch die anderen Mitarbeiter, weil die Eltern mit dem Schulgeld finanzielle Probleme haben und Einnahmen durch den Schülerverkehr wegfallen.

Verbesserung der digitalen Möglichkeiten sodass sowohl unsere Kinder als auch die Schulkinder weiterhin unterrichtet werden können.

Dorfkinder, die bei uns lernen und keinen Internetzugang haben müssen ebenfalls ermöglicht werden, weiter zu lernen. Darüber hinaus bekamen sie bei uns in der Schule freie Mahlzeiten, weil ihre Eltern sie nicht ernähren können. Da dies nun wegfällt, klopfen einige mittlerweile ans Schultor und bitten um Hilfe.
Mangel an Tierfutter. Wir machen unseres üblicherweise selbst, müssen aber das Rohmaterial zukaufen und können nicht alles selbst produzieren.

Der plötzliche Anstieg an Frischgemüse, eine Tomate kostete vor Corona 7 Kshs und jetzt 60, sowie der Mangel an Maize, einem Grundnahrungsmittel.
Natürlich haben alle Ausgaben ein riesiges Loch in unsere Finanzkasse gerissen, und wir können nicht absehen, wie lang das noch so weitergeht. Wir hoffen, dass Ihr uns hier in Eure Gebete einschließt.  
Nun aber genug mit Corona.
Lasst uns auf andere Dinge schauen.
 

Mobirise
Mobirise

Kandidaten
In diesem Jahr haben wir sechs: Rachel, Jumwa, Mary, Agnes, Eugene und Christine im letzten Highschooljahr. 3 Mädchen, Lovy, Sharon und Riziki sind im letzten Grundschuljahr. So Gott es will, sitzen diese 9 Mädchen im Oktober oder November in ihren Abschlussexamen und gehen danach auf die Universität oder Highschool. Aus akademischer Sicht leiden diese Mädchen im Moment am meisten unter der Situation weil sie sich auf ihre Prüfungen vorbereiten müssen und davon hängt dann ihre gesamte berufliche Laufbahn ab. Wir können nur hoffen und beten, dass sich die aktuelle Situation bald ändert und wir wieder zur Normalität zurückkehren können. Bitte betet mit uns für alle Schülerinnen hier.

Eugene 
Im letzten Jahr haben wir auf Bitten von Eugenes Tante und Onkel und nach ausführlichen Gesprächen das Mädchen in die Obhut der Tante gegeben. Mudzini zahlt das Schulgeld weiter, Eugene lebt bei Onkel und Tante in Shanzu und kommt gelegentlich zu Besuch.

Celina
Die junge Frau hat ihre Highschool vergangenes Jahr erfolgreich abgeschlossen und wollte Medizin studieren. Allerdings konnte sie die Aufnahmeprüfungen nicht erfolgreich absolvieren, weil ihre Nebenfächer nicht ausreichten. Nun möchte sie Medizinisch-technische Assistentin werden. Dafür muss sie noch einen Überbrückungskurs auf sich nehmen, weil auch hier die Nebenfächer nicht ausreichend sind. Wir haben einige Optionen untersucht und wenn alles gut läuft, beginnt sie im Mai. In der Zwischenzeit war sie den Highschoolschülerinnen eine große Hilfe, insbesondere in der gegenwärtigen Situation. Und wenn die Schule wieder anläuft, wird sie Assistentin des EDV Lehrers. Celina ist zu einer sehr erfolgreichen und verantwortungsbewussten jungen Frau herangewachsen.

Bitte betet für sie auf ihren weiteren Schritten ins Berufsleben.  

Chris

Der gutaussehende Stier mit Namen Chris ist vor einigen Wochen gestorben und wir waren alle sehr betroffen und traurig (ja man bindet sich auch an Tiere). Chris wurde 2012 geboren und war zu einem starken Tier herangewachsen. Zum Zeitpunkt seines plötzlichen Todes wog er eine halbe Tonne und hatte fast die Größe eines gut gefütterten Elefanten. (Das kommt nicht von mir). Er stach aus der Tierschar heraus und die Leute bewunderten ihn wegen seines Aussehens und seiner schieren Größe sowie vieler anderer Fähigkeiten. Obwohl sein Tod uns traurig macht, sind wir dankbar dafür, dass er seiner Bestimmung folgte und fruchtbar war. Er hat viele Nachkommen gezeugt und es gibt folglich reichlich Chris-ses, die hoffentlich in seine Fußstapfen treten. Ich bin nicht sicher, wohin Tiere gehen wenn sie sterben, daher weiß ich nicht wie ich die Geschichte beenden soll. Ruhe in Friede, Chris, vielleicht?

Alles Gute und bleibt gesund.

Liebe Grüße

Cathrine